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LIFE BOVAR

LIFE BOVAR

Der Erhaltungszustand für Gelbbauchunke und Geburtshelferkröte wurde im FFH-Bericht 2013 für Deutschland sowohl in der atlantischen als auch in der kontinentalen Region als schlecht, für Kreuzkröte und Kammmolch für beide Regionen als unzureichend bewertet. Dabei hat sich die Bewertung für die Geburtshelferkröte gegenüber dem vorletzten Bericht von 2007 in beiden Regionen von unzureichend auf schlecht verschlechtert.

Ziele

Das LIFE-Projekt „BOVAR“ (Akronym von Bombina variegata) dient vornehmlich dazu, günstige Lebensraumbedingungen für Gelbbauchunke, Geburtshelferkröte, Kreuzkröte und Kammmolch in Aachen, Limburg (NL), Westfalen und Niedersachen wieder herzustellen. Der Verlust an geeigneten Laichgewässern und Landlebensräumen in den Projektgebieten soll durch die Anlage neuer Gewässer ausgeglichen werden.

Speziell in Aachen soll die Gelbbauchunkenpopulation wieder in der naturnahen Bachaue der Inde durch Anlage von Kleinsttümpeln und insbesondere durch die Implementierung einer Dauerbeweidung auf mindestens 10 ha langfristig gesichert und im FFH-Gebiet Brander Wald ausgeweitet werden. Darüber hinaus sollen Populationen weiterer EU-weit geschützter Amphibienarten wie Geburtshelferkröte und Kammmolch durch Anlage von Gewässern gestärkt werden. Insgesamt stehen diese Arten stellvertretend auch für den notwendigen Schutz der gesamten Lebensgemeinschaft der extensiv genutzten und wenig pestizid- und nährstoffbelasteten Feuchtgebiete und Bachauen. Die für die Gelbbauchunke im Rahmen des BfN-Projektes erfassten Grundlagendaten und -analysen bezüglich Populationsgröße, -struktur und -vernetzung sowie Migrationsverhaltens (Aletsee 2018) werden fortgeführt.

Maßnahmen aller Partner:

Neubau/Sanierung von 260 Klein- und 3.000 Kleinstgewässern als Laichgewässer für die Zielarten. Entwicklung von Sommerlebensräumen durch Entbuschung und Rohbodenanlage auf 76 ha. Etablierung einer extensiven Beweidung auf 114 ha zur nachhaltigen Pflege der Gewässer und Sommerlebensräume. Anlage von Steinschüttungen als Tagesverstecke und Winterquartiere. Aufzucht von Gelbbauchunken und Geburtshelferkröten zur Wiederbegründung ausgestorbener Populationen und Wiederansiedlungen. Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation über Vorträge, Exkursionen, Workshops, Tagungen, Flyer,  Internetseite, Informationstafeln und best practice guidelines.

Angestrebte Ergebnisse aller Partner:

Verbesserung der Habitatausstattung für die Zielarten in den Projektgebieten. Sicherung von 16 Populationen der Gelbbauchunke sowie Wiederbegründung von 5

Biber

Biber (Castor fiber)

Der Biber in Aachen:
Vor etwa dreißig Jahren wilderte das Land NRW Biber im Nationalpark Eifel aus. Zuvor waren die Tiere in der Eifel so gut wie ausgestorben, doch seitdem verbreiteten sie sich entlang der Fließgewässer bis in die Niederlande – und nach Aachen. Im Aachener Stadtgebiet ist der Biber mittlerweile an der Inde, an der Wurm und am Wildbach anzutreffen. An der Iter hatte er 2014 fleißig Kopfweiden gefällt bis das Revier dort wieder aufgegeben wurde. Das Auswilderungsprojekt ist also eine wahre Erfolgsgeschichte, doch blieb diese nicht ohne „Nebenwirkungen“. Denn Biber sind Landschaftsgestalter: Sie fällen Bäume, bauen Dämme, stauen Bäche, schaffen stehende Gewässer oder legen diese trocken. All das bringt Konflikte mit sich. Ein Beispiel ist der beliebte Spazierweg am Alten Tuchwerk in der Soers, der seit zwei Jahren wegen Einbruchsgefahr gesperrt ist, weil der Biber ihn untergraben hat. Der NABU bemüht sich hier, Vermittler zwischen dem unter Naturschutz stehenden Nager und den besorgten und verärgerten Anwohnern zu sein. In Zusammenarbeit mit dem Umweltamt Aachen sucht er Lösungen für ein friedliches Miteinander zwischen Mensch und Biber – auch dafür, dass Jogger und Hundebesitzer ihren Spazierweg bald wieder haben.

Kennzeichen und Verhalten:
Der Biber gehört zur Ordnung der Nagetiere (Rodentia). Er kann maximal einen Meter lang und bis zu 30 kg schwer werden und bringt damit das gleiche Gewicht auf die Waage wie ein ausgewachsenes Reh. Allerdings sind die meisten Biber deutlich leichter. Der Biber ist ein Familientier und lebt in einer Gemeinschaft aus mehreren Generationen, in der eine Rangordnung herrscht. Die Familiengemeinschaft besteht meist aus 4 bis 6 Familienmitgliedern, wobei das Elternpaar monogam ist. Fremden Bibern im Revier wird grundsätzlich feindlich begegnet, der Eindringling aggressiv aus dem Revier vertrieben. Das Revier kann je nach Nahrungsangebot einen Gewässerabschnitt von 0,5 km bei optimalen Bedingungen bis 6 km Länge bei