Mauereidechse

Mauereidechse beim Sonnenbad. Foto: M. Aletsee.

Die Mauereidechse in Aachen
Eine Population der Mauereidechse (Podarcis muralis) an der Bergkirche in Kornelimünster und in den südlich angrenzenden südexponierten Gärten der Anrainer vom Benediktusplatz und der Korneliusstraße ist das einzige Vorkommen in Aachen. Diese Population ist seit den 1970er Jahren in der Fachliteratur bekannt (Haese 1981). Seitdem hat es sowohl kleinflächige Arealverluste (westliche Friedhofstreppe) als auch sich negativ auswirkende Sanierungs­maßnahmen gegeben (Außenmauern der Bergkirche), aber auch immer wieder sich positiv auswirkende Freistellungs- und Fällungsmaßnahmen an der südlichen Friedhofs­mauer und in einigen Gärten. Auch wenn zu vermuten ist, dass die Population sich in einem stabilen Zustand befindet (sie existiert auf relativ kleinem Raum seit mindestens 40 Jahren), ist eine quantitative Einschätzung unumgänglich, um dies mit ausreichender Gewissheit feststellen zu können. Hierfür ist der Zugang zu den Privatgärten zwingend notwendig. Deshalb hat die NABU-Naturschutzstation 2017 die Anwohner im Rahmen eines Vortrags über die Lebensweise, das Gefahrenpotential und mögliche Schutzmaßnahmen informiert und um Mithilfe geworben. Neben der Pfarrgemeinde, die schon früheren Schutzmaßnahmen wohlwollend gegenüber stand, fanden sich drei Grundstückseigentümer/-nutzer, die einer Beratung zu Schutzmaßnahmen positiv aufgeschlossen sind. In Zukunft sollen noch weitere Eigentümer und Nutzer von (potentiell) besiedelten Gärten für Schutzmaßnahmen gewonnen werden.

Des Weiteren konnten auch hier schon erste qualitative Informationen zum Vorkommen gesammelt werden, wobei neben aktuellen Reproduktionserfolgen insbesondere ein Randvorkommen an einer etwas entfernt liegenden Mauer (Ecke Schildchenweg/Dorffer Straße) von besonderem Interesse ist.

Merkmale
Die Mauereidechse hat einen schlanken, abgeflachten Körper und einen spitzen Kopf. Ihre Verwandte, die Zauneidechse wirkt kräftiger und plumper. Ihr Schwanz ist ungefähr doppelt so lang wie der restliche Körper. Die Rückenfärbung ist hell- bis mittelbraun oder grau, selten grünlich. Auffallend sind die unregelmäßigen schwärzlichen Flecken, die häufig ein Netzmuster bilden. Die Unterseite ist sehr variabel gefärbt, von weißlich über gelblich bis rot und von ungefleckt bis gefleckt. Mauereidechsen können in Körperfärbung und Zeichnungsmuster stark variieren. Sie sind deshalb nicht immer einfach zu bestimmen.

Lebensraum
Die Mauereidechse ist von Nordspanien über Frankreich, Süddeutschland, Italien, Griechenland und die Balkanländer bis in die nordwestliche Türkei verbreitet. In Deutschland lebt die Art schwerpunktmäßig im Südwesten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Als Reptil liebt die Mauereidechse Sonne und Wärme. Sie bewohnt deshalb vor allem Südhänge an Rhein, Neckar und Mosel. Bevorzugt werden trockene Gebiete. Ihre natürlichen Lebensräume waren die trocken-warmen Standorte in der Flussaue. Als Kulturfolger ist die Mauereidechse auch in Weinbergen, auf Güterbahnhöfen sowie an Mauern und Gebäuden in Siedlungen anzutreffen.

Lebensweise
Die Mauereidechse ist tagaktiv, äußerst flink und klettert sehr gut. Ihr Gelege umfasst zwei bis zehn Eier. Je nach lokalem Klima zieht sich die Mauereidechse von Oktober bis März in frostfreie Erdspalten zur Winterruhe zurück.

Nahrung
Auf dem Speisezettel der Mauereidechsen stehen vor allem Insekten und Spinnen.

Gefährdung und Schutz
Die Mauereidechse ist im Anhang IV der FFH-Richtlinie der EU aufgeführt. Entsprechend besteht neben einem Fangverbot das Verbot Lebensstätten zu beschädigen oder zu zerstören und die Verpflichtung den Zustand der Population zu erhalten bzw. zu verbessern.

Rote Liste NRW (2010): Stark gefährdet