Internationales Treffen zum Schutz des Feldhamsters

Gruppenfoto der internationalen Teilnehmer der Feldhamster-Tagung im Gaia-Zoo.

Aachen/Kerkrade Der Feldhamster – einst in der Agrarlandschaft Mitteleuropas weit verbreitet – ist vielerorts verschwunden. So auch in der Bördelandschaft bei Aachen und Südlimburg. Dabei steht der Hamster als Beispiel für viele andere Arten, wie z. B. Vogel- und Insektenarten, deren Zahl rapide abnimmt. Mitte Oktober 2019 trafen sich nun mehr als 70 Experten im Gaia-Zoo in Kerkrade (NL) zu einem mehrtägigen Austausch über ihre Bemühungen zum Schutz und zur Wiederansiedlung des Feldhamsters in Europa. Neben Vorträgen über verschiedene Projekte im Bereich des Feldhamsterschutzes und neuen Erkenntnissen über die Biologie und das Verhalten bot die Tagung auch Raum für Diskussionen zwischen Naturschutz und Landwirtschaft.

Bei einer Exkursion in die Horbacher Börde konnten sich die Teilnehmer über das Wiederansiedlungsprojekt der NABU-Naturschutzstation Aachen informieren.

Bei einer Exkursion in die Horbacher Börde konnten sich die Teilnehmer dann auch direkt vor Ort informieren. Denn unmittelbar bei Horbach nördlich von Aachen werden seit 2018 von der NABU-Naturschutzstation Aachen mit Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde Aachen, der Provinz Limburg und örtlicher Landwirte wieder Feldhamster angesiedelt. „Auch in diesem Jahr haben wir wieder Nachwuchs. Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, freut sich Dr. Manfred Aletsee, Leiter der NABU-Naturschutzstation. Unterstützt wird die Station bei dem Projekt vom niederländischen Hamsterexperten Gerard Müskens. „Der Schutz des Feldhamsters kann nur grenzüberschreitend gelingen“, so Müskens.

Die gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit hat sich einmal mehr bei der Vorbereitung der Tagung gezeigt. Gemeinsam mit dem Gaia-Zoo Limburg, der Naturschutzorganisation Natuurrijk Limburg und der Provinz Limburg haben die niederländische Zoogdiervereniging und die NABU-Naturschutzstation Aachen die internationale Tagung organisiert. Auch die mehr als 70 Fachleute, die aus neun verschiedenen Ländern angereist waren, waren von der Tagung begeistert. „Die Vorträge und der Austausch bei den Diskussionen waren sehr informativ und hilfreich für die eigene Projektarbeit. Aber auch der Gaia-Zoo als Veranstaltungsort war hervorragend gewählt“, so eine Teilnehmerin.

 

Hintergrund:

Die intensiven Bemühungen zum Schutz des Feldhamsters sind dringend erforderlich. Denn während der Feldhamster noch bis in die 1960er weit verbreitet war, ist der Nager heute vom Aussterben bedroht und ist sowohl auf europäscher Ebene durch die Berner Konvention als auch durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) streng geschützt. Insbesondere der voranschreitende Verlust seines Lebensraumes und die zunehmende Intensivierung in der Landwirtschaft gelten als Ursache für das Verschwinden des Feldhamsters.

Um das Aussterben des Feldhamsters aufzuhalten, wurden Schutzprojekte in zahlreichen Ländern Europas initiiert. Bei regelmäßig stattfindenden Treffen tauschen sich die Experten über ihre Erfahrungen zum Schutz des Hamsters aus. In diesem Jahr fand das „26. International Hamster Meeting“ vom 18. bis 20. Oktober im Gaia-Zoo in Kerkrade (Niederlande) statt.

Weitere Informationen zum Feldhamster finden Sie hier:

https://naturschutzstation-aachen.de/feldhamster/