Bäume und Raine – Leben in der Kulturlandschaft

Von 2023 bis 2025 wurde das Projekt „Bäume und Raine – Leben in der Kulturlandschaft“ der Naturschutzstation Haus Wildenrath und der NABU-Naturschutzstation Aachen umgesetzt. Die Zielsetzung knüpft an das Projekt „Biotopverbund im Westen – der Westwall“ an, das Ende 2022 auslief: Auch im Projekt „Bäume und Raine“ geht es um die Verknüpfung von Lebensräumen, diesmal mit dem Schwerpunkt auf Solitärbäumen, Hecken und extensiv genutzten Obstwiesen.
Das Projekt hat eine Laufzeit von 3 Jahren und wird gefördert vom Landschaftsverband Rheinland (LVR), den Städten Aachen und Mönchengladbach sowie dem NABU-Stadtverband Aachen.
Die Maßnahmen zur Stärkung und Entwicklung der Biodiversität werden weitergeführt und geschaffene Strukturen erhalten bzw. gepflegt. Vor allem der Gedanke des Biotopverbundes wird im Folgeprojekt „Blühende Hecken und Landschaften“ (2026-2028) weitergeführt, das ebenfalls vom LVR gefördert wird.

Traditionelle Kulturlandschaft im Raum Aachen
Seit Jahrhunderten ist die Kulturlandschaft in Aachen durch Ackerbau und Beweidung geprägt. Dabei wurden Bäume und Hecken seit je her auch als Grenzmarkierung, Einzäunung oder Ressourcen genutzt. Solitärbäume stehen oft an der Stelle, an der mehrere Grundstücke zusammentreffen. Dornige Hecken zäunten das Vieh ein und Kopfbäume spendeten Holz für Werkzeuge oder Körbe. Vielerorts ist die Wirtschaftliche Beudeutung dieser Strukturen heutzutage überholt. Durch die ausbleibende oder nun maschinell gestützte Nutzung verschwinden große Hecken und alte Bäume langsam aber sicher aus unserer Agrarlandschaft.
Dies stellt einen großen Verlust dar – nicht nur für das Gesicht der Landschaft, die von der menschlichen Bevölkerung als Heimat wahrgenommen wird, sondern besonders für zahlreiche Tierarten, die sich an unsere Kulturlandschaft angepasst haben. Hecken und Kopfbäume bieten ideale Nistmöglichkeiten und Futter für Feldvögel und Kleinsäuger wie der Haselmaus. Extensiv genutzte, beweidete Streuobstwiesen sind besonders beliebt bei vielen Insekten, aber auch dem Steinkauz. Selbst das Weidevieh profitiert von Bäumen und Hecken, denn in den erwartbar heißen Sommern kann es sich im Schatten ausruhen.
Maßnahmen – Schutz durch Nutzung
Der intensiven, maschinellen Landwirtschaft fallen viele Strukturen zum Opfer. Die NABU-Naturschutzstation Aachen setzt sich für den Erhalt traditioneller, extensiv genutzter Streuobstwiesen und breiter Landschaftshecken ein. Auch Solitärbäume sollen als wertvolle Landschaftsbestandteile im Rahmen dieses Projekts nachgepflanzt werden, damit auch in 100 Jahren noch Baumriesen unser Umland prägen.
Die Kulturlandschaft kann nur zusammen mit Menschen geschützt werden. Daher liegt ein Schwerpunkt des Projekts darauf, die Öffentlichkeit und vor allem Eigentümer von landwirtschaftlichen Flächen darüber zu informieren, wie wichtig Struktur-gebende Elemente wie einzelne Bäume und Landschaftshecken sind. Außerdem werden Eigentümer bei der Planung und Umsetzung von Neu- und Nachpflanzungen unterstützt.
Um die Funktion als Biotopnetzwerk zu sichern und dieses auszubauen wurden in den drei Jahren Projektlaufzeit vielfältige Maßnahmen umgesetzt:
- Neu- und Nachpflanzung zahlreicher extensiver Streuobstwiesen, Feldgehölze und Landschaftshecken im Aachener Stadtgebiet. Die Neu- und Nachpflanzungen wurden u. a. mit Hilfe der LVR-Pflanzgutförderung durchgeführt.
- rund 370 Obstbäume
- 70 solitäre Laubbäume
- 1.400 m Landschaftshecke
- Flächeneinwerbung zur Ausweitung des Biotopnetzwerks
- Biotoppflegemaßnahmen im gesamten Aachener Stadtgebiet
- Obstbaumschnitt auf Streuobstwiesen
- Kopfbaumschnitt
- Heckenschnitt
- Mahd und Abtrag des Mahdgutes von Magerrasen-Vegetation
- Anlage von einem Flachteich-Komplex in der Horbacher Börde für Amphibien (Kreuzkröte)
- Ausbringen von Brutkästen und Nisthilfen für
- Faunistische Kartierungen
- Haselmaus
- Erstellung eines Maßnahmenkonzeptes zur Stärkung des Biotopverbundes im Stadtgebiet Aachen
- Erstellung von 11 projektbezogenen KuLaDig-Elementen





Übersicht
Projektträger: Naturschutzstation Haus Wildenrath. Die NABU-Naturschutzstation Aachen ist Projektpartner.
Projektstart: 01.01.2023
Laufzeit: 3 Jahre
Projektförderer: Landschaftsverband Rheinland, Stadt Aachen, NABU-Stadtverband Aachen
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