Eulen-Exkursion in Aachen-Orsbach: Begegnung mit den nachtaktiven Jägern
Am Donnerstag, den 13. März 2025, lud die NABU-Naturschutzstation Aachen im Rahmen des LVR-Projekts „Bäume und Raine“ zu einer abendlichen Exkursion ein, die TeilnehmerInnen in die geheimnisvolle Welt der Eulen führte. Bei guten Beobachtungsbedingungen – windstill und trocken– und einem strahlenden Vollmond versammelten sich 58 naturbegeisterte Menschen in Orsbach, um mehr über unsere heimischen Eulenarten zu erfahren.
Exkursionsleiter Alexander Terstegge, Mitarbeiter der NABU-Naturschutzstation, stellte zu Beginn unsere heimischen Eulenarten Steinkauz, Waldkauz, Schleiereule, Waldohreule und Uhu mit Präparaten vor. Die Teilnehmenden konnten so die Vielfalt dieser geheimnisvollen Vögel hautnah erleben und ihre charakteristischen Merkmale und Größen vergleichen. Neben wertvollen Informationen zur Lebensweise und den Schutzmaßnahmen für Eulen wurde auch das Projekt „Bäume und Raine“ näher erläutert: Hier setzt sich die NABU-Naturschutzstation für den Erhalt und die Förderung von wichtigen Lebensräumen wie Streuobstwiesen, Hecken und Solitärbäumen ein.

Nach dieser Einführung begab sich die Gruppe auf eine Entdeckungsreise rund um Orsbach, wo verschiedene Lebensräume wie Wald und Streuobstwiesen zu finden sind, die für die Eulen eine große Bedeutung haben. Während der Exkursion wurden drei Eulenarten akustisch nachgewiesen: Im Orsbacher Wald konnte die Waldohreule festgestellt werden, die mit ihren monotonen, tiefen „huh“-Lauten ruft. Der Steinkauz, unsere kleinste heimische Eule, dessen Ruf wie ein hohes „kuwitt“ klingt, konnte im Übergang von Streuobstwiesen zu Grünland/ Acker erfasst werden. Hier riefen sogar mehrere Individuen. Zu guter Letzt konnte nahe der Kirche noch der Waldkauz verhört werden, dessen Ruf sich durch ein langgezogenes „Huu-hu-huhuu“ auszeichnet.
Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem gefährdeten Steinkauz, für den die Naturschutzstation seit Jahren Nistkästen installiert und kontrolliert sowie die Lebensräume aufwertet. Er bevorzugt strukturreiche Kulturlandschaften mit alten Obstbäumen, Kopfbäumen und Scheunen, die sowohl als Brutstätten als auch als Jagdgebiete dienen. Durch intensive Landnutzung, Flächenzusammenlegung, Bebauung sowie den Rückgang von Bäumen und Streuobstwiesen in der Landschaft sind die Bestände des Steinkauzes deutlich zurückgegangen.
Als opportunistische Jäger passen Eulen ihre Ernährung an das jeweilige Angebot an. In der Regel ernähren sie sich vor allem von Feldmäusen, die viel in offenen Landschaften zu finden sind. Aber auch Insekten und Amphibien, mitunter Kleinvögel stehen auf ihrem Speiseplan. Die Streuobstwiesen, die im Rahmen des Projekts „Bäume und Raine“ gefördert werden, bieten daher ideale Lebensräume für diese nachtaktiven Jäger. Das Projekt setzt sich für den Erhalt von Lebensräumen wie alte Bäume, Hecken und Obstwiesen sowie die Förderung von extensiver Bewirtschaftung ein. Es stellt sicher, dass wertvolle Biotope der Kulturlandschaft geschützt werden – Lebensräume, die nicht nur Eulen, sondern auch vielen anderen bedrohten Tierarten zugutekommen.

Insgesamt bot die Exkursion eine Mischung aus praktischer Naturerfahrung und fundierter Wissensvermittlung. Die Teilnehmenden konnten nicht nur die faszinierenden Eulen in ihrem natürlichen Lebensraum erleben, sondern auch ein tieferes Verständnis für die Bedeutung von Naturschutzmaßnahmen entwickeln, die zum Schutz dieser einzigartigen Vögel beitragen.
Falls Sie FlächeneigentümerIn im Außenbereich der Stadt Aachen sind und Interesse an Nach- und Neupflanzung von Streuobstwiesen, Hecken und Solitärgehölzen haben, melden Sie sich gerne bei uns.
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Diesen Bericht hat unsere Praktikantin Tugce Selbes für uns verfasst. Danke!